Insbesondere kleinen Betreibern Kritischer Infrastrukturen fällt es schwer, aufeinander abgestimmte Schutzsysteme zu entwickeln und zu pflegen. Dies findet sich auch bei der Wasserversorgung, die sich in Deutschland auf ein Verbundnetz von rund 6.000 Unternehmen stützt, wieder. Im Forschungsprojekt DiregKomp werden sicherheitsrelevante Aufgaben und Dienstleistungen identifiziert, die in regionalen Kompetenzzentren für mehrere Betreiber bewältigt werden können.

Das Projekt wurde zur Förderung durch das BMBF im Rahmen des Programms „KMU-innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit“ empfohlen, beginnt voraussichtlich im November 2010 und läuft über 2 Jahre. Beteiligt sind das Berliner Unternehmen PRETHERM GmbH sowie weitere assoziierte Partner aus der Wasserversorgung und der Landesverwaltung.

Ausgangslage

Die Wasserversorgung stellt eine essentielle Infrastruktur dar, die vor Naturgefahren, menschlichem und technischem Versagen wie auch vor kriminellen und terroristischen Eingriffen geschützt werden muss. Kleine und mittlere Versorger verfügen meist nicht in ausreichendem Maß über die Ressourcen, die für eine umfangreiche Abdeckung sicherheitsrelevanter Aufgaben außerhalb gesetzlicher Vorgaben und versicherungsrechtlicher Bedingungen notwendig sind. Diese sicherheitsrelevanten Aufgaben dürfen sich nicht nur auf das betriebsbezogene Schutzsystem und die interne Organisation des Betreibers beschränken, sondern müssen den Gesamtkontext eines effektiven Bevölkerungsschutzes berücksichtigen. In Ermangelung monetärer und personeller Ressourcen greifen kleine und mittlere Betreiber nur selten auf etablierte und umfassende Methoden zur Analyse und Verbesserung des eigenen betriebsbezogenen Schutzsystems zurück. Dafür wäre neben dem Rechercheaufwand auch oft die kostenintensive Beauftragung von Beratungsunternehmen mit der jeweiligen Konzeption von Einzellösungen notwendig.

Ziel

Ziel des Projektes ist es, sicherheitsrelevante Aufgaben, die nicht von jedem einzelnen Wasserversorger individuell bearbeitet werden müssen, zu identifizieren und daraus modulare Dienstleistungen zur Analyse und Verbesserung des betreiberbezogenen Schutzsystems abzuleiten. Diese werden darüberhinaus auch in den Kontext einer Gesamtverantwortung gegenüber der Bevölkerung in Ausnahmensituationen gestellt. Dienstleistungen eines regionalen Kompetenzzentrums umfassen zum Beispiel Analysen zum aktuellen Stand des Schutzsystems, Weiterbildungsangebote und auch die Moderation von Abstimmungsprozessen für gemeinsame Sicherheitsstandards und ineinander greifende Schutzsysteme.

Vorteil dieses Ansatzes sind die geringeren Kosten für die Infrastrukturbetreiber, da kostenintensive Einzellösungen nicht mehr entwickelt werden müssen. Diese Dienstleistungen werden anwendungsnah gestaltet, um die Verwertung zu erleichtern. Die so konzipierten Dienstleistungen kommen sowohl den Verbundpartnern als Sicherheitsdienstleister, als auch kleinen und mittleren Betreibern kritischer Infrastrukturen aus dem Sektor Wasserversorgung zugute. Die erweiterte Nutzung durch Betreiber mit einer anderen Branchenzuordnung ist angedacht.

Insgesamt wird das Ziel verfolgt, die Wasserversorgung in Schadenslagen zu schützen, indem Betreiber über abgestimmte, aktuelle und ausgereifte Schutzkonzepte verfügen.





Broschüre DiregKomp
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letzte Änderung: 10/14/2018 06:48:47 PM nach oben
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Christof.Thim@wi.uni-potsdam.de